Wo jemand nur dazu da ist, eine Maschine mit Teilen zu bestücken bzw. zu
entleeren, gebietet die betriebswirtschaftliche Vernunft, daß er durch
einen Roboter ersetzt wird. Dieser bringt keinen Krankenschein, will keinen
Urlaub und ist letzten Endes billiger.
|
|
Arbeitsplätze nehmen ab
Seit Beginn der Industrialisierung werden immer mehr Arbeitsplätze
durch Maschinen und Computer ersetzt. Gleichzeitig werden immer mehr
neue Produkte erfunden, immer neue Märkte erschlossen. Die Menschheit
wird zunehmend mit Wegwerfprodukten überschüttet. Mit intensiven
Werbekampagnen gelingt es, auch für die überflüssigsten Apparate
Abnehmer zu finden. Dabei fanden bis in die 70er Jahre auch die
eingesparten Arbeitskräfte einen neuen Platz. Diese Zeiten sind
inzwischen vorbei.
Es gibt Berechnungen, daß mit der heute verfügbaren Technik problemlos
von den vorhandenen 30 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland neun
Millionen wegrationalisiert werden könnten. Damit würde die
Arbeitslosigkeit auf über 30% ansteigen.
"Auf absehbare Zeit bleiben wird freilich die Hinterlassenschaft der
zugrunde gehenden 'Arbeitsgesellschaft', die von ihr angerichteten
Verwüstungen. Die notwendigen ökologischen Aufräum- und
Reparaturtätigkeiten könnten am ehesten als Nachklang der 'Arbeit'
bezeichnet werden." (H.-J. Rieseberg)
Die Zeiten, in denen jeder, der eine Erwerbsarbeit suchte, auch eine
fand, sind endgültig vorbei. Trotzdem wird allerorts so getan, als
gäbe es diesen Sachverhalt nicht. Die Gesellschaft lebt in dem
kollektiven Wahn, daß die Menschen nur motiviert werden müssen, um
irgendeine Erwerbsarbeit zu finden.
Scheinarbeitsplätze und verdeckte
Arbeitslosigkeit - teuer bezahlt
Vor allem in den 80er Jahren wurden als Ausgleich für wegfallende
Arbeitsplätze Unmengen Scheinarbeitsplätze in den Verwaltungen geschaffen.
Die achtziger Jahre waren die Blütezeit der gutbezahlten Angestelltenkultur.
"Heute scheut der Staat keine Kosten, damit Hunderttausende in absonderlichen
'Trainingswerkstätten' oder 'Beschäftigungsfirmen' die verschwundene Arbeit
simulieren und sich fit für reguläre 'Arbeitsplätze' machen, die sie nie
erhalten werden. Je sinnloser der Arbeitszwang wird, desto brutaler soll
den Menschen ins Hirn gehämmert werden, daß es keine Brötchen umsonst gibt.
Immer neue und immer dümmere 'Maßnahmen' werden erfunden, nur um den
Schein zu wahren, daß die leerlaufende Tretmühle bis in alle Ewigkeit
in Gang bleiben kann. " (Gruppe Krisis - Manifest gegen die Arbeit)
|