Arbeit auf Teufel komm raus Die Bauwirtschaft - zugepflastert
Bauingenieur

Bauingenier Hans-Dieter Raupe erklärt zukünftigen Bauarbeitern, wie es ihm gelungen ist, ein Stück intakte Natur in ein Gewerbegebiet zu verwandeln. (Nicht im Bild: Weite Flächen mit Straßen und Straßenlampen, unbebaut)

Erwerbsarbeit zukunftsfähig?

Zukunftsfähige Entwicklung bedeutet, daß nicht mehr Rohstoffe und Energie verbraucht werden, als auf natürlichem Weg wieder entstehen können. Aber die Arbeitsideologie, der Zwang, immer neue, immer unsinnigere Produkte herzustellen und möglichst bald wieder zu entsorgen, schafft Umweltprobleme ohnegleichen. Paradebeispiel dafür ist die Bauwirtschaft.

Das Zugpferd der Konjunktur

Die Bauwirtschaft wird gern "Zugpferd der Konjunktur" genannt. Dabei ist sie ebenso Zugpferd für Umweltzerstörung, Flächenversiegelung und gewaltige Müllmengen. Alle Parteien, Gewerkschaften und Ökonomen wollen Konjunktur, Aufschwung, Wachstum. Milliarden von potentiellen Steuergeldern werden jährlich dafür verschleudert.
Die Ostdeutschen bewohnen im Schnitt je 30,2 qm Wohnfläche, die Westdeutschen schon 38,2 qm. Das bedeutet, daß noch eine gewaltige Aufbauleistung zu erbringen ist. Unmengen an Fläche müssen noch versiegelt werden, um finanzkräftige Häuslebauer auf die grüne Wiese auszusiedeln. Die ökologischen Folgen sind verheerend.
Konjunktur heißt, es werden immer mehr Rohstoffe und immer mehr Energie vernichtet, um immer mehr Produkte zu verkaufen, deren Nutzungsphase immer kürzer werden muß, damit diese Produkte entsorgt werden können.

Begrenzungskrise in der Bauwirtschaft?

Dazu sprach schon 1967 das Bundesverfassungsgericht: "Die Tatsache, daß Grund und Boden unvermehrbar und unentbehrlich ist, verbietet es, seine Nutzung dem unübersehbaren Spiel der Kräfte und dem Belieben des Einzelnen vollständig zu überlassen, ...". Daraus gelernt hat der Gesetzgeber bisher nichts.
"Wenn sich in unserer Gesellschaft eine zukunftsorientierte Verantwortung ... herausbildet, wird das Bauwesen grundsätzlich in Frage gestellt werden müssen. ... Nur die Reduktion der Neubautätigkeit und die optimale Nutzung des Baubestandes können zu einer Entlastung der Umwelt führen. Auch das Wegenetz ... ist unter diesen Gesichtspunkten zu überprüfen, beispielsweise in Hinblick darauf, auf welche neuen Straßen verzichtet und welche vorhandenen Straßen zurückgebaut werden können." (Kopytziok/Linden)

Der Wahnsinn steckt erst Milliarden in den Neubau und wenig später Milliarden in den Abriß, um sinnvolle Beschäftigung vorzutäuschen.

Reihenhäuser

Was in der DDR noch die Ausnahme war, wird jetzt zur Regel: Immer mehr Menschen wird eingeredet, daß sie sich bis über beide Ohren verschulden sollen, um einen Zaun zwischen sich und dem Nachbarn errichten zu können, um das Schwimmbad nicht mit anderen teilen zu müssen, um dem eigenen Auto ein eigenes Häuschen bieten zu können.

Untertagebau

Die Umweltschäden durch Rohstoffgewinnung haben weltweit gigantische Ausmaße angenommen. Alle großen Erfolge der Industriegesellschaft basieren auf rücksichtsloser Ausbeutung von Rohstoffen und nicht erneuerbaren Energieträgern, sind also in keiner Weise zukunftsfähig.

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