"Charles Kettering von General
Motors war einer der ersten, die das neue Konsumevangelium predigten. Seine
Firma hatte schon damit begonnen, jedes Jahr neue Automodelle auf den Markt
zu bringen, und startete nun eine großangelegte Werbekampagne, um den
Käufern ihr altes Auto zu verleiden. 'Der Schlüssel zum Erfolg ist die
organisierte Unzufriedenheit.', meinte Kettering." (Jeremy Rifkin) |
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Der unbefriedigte Konsument
"Um den US-Amerikanischen Arbeiter in einen statusbewußten
Konsumenten zu verwandeln, bedurfte es großer Anstrengungen.
Viele Dinge wurden damals noch im eigenen Haushalt hergestellt,
und die Werber nutzten nun jedes Mittel und jede Gelegenheit,
'Hausgemachtes' herabzustufen und ihre 'überall erhältlichen'
Fabrikerzeugnisse anzupreisen. Mit speziellen Anzeigen sollten
vor allem junge Leute dazu gebracht werden, sich ihrer selbst
gemachten Produkte oder Kleidung zu schämen. 'Modern' statt
'altmodisch' zu sein, wurde zur alles entscheidenden Frage
gemacht." (Jeremy Rifkin)
Pumpen
"Nichts aber war so erfolgreich wie die Einführung des Kundenkredits,
als es darum ging, die Kaufgewohnheiten der Lohnempfänger zu verändern.
Etwas auf Raten kaufen zu können, war sehr verführerisch, und viele
Menschen wurden richtiggehend süchtig danach. Aus einer Nation hart
arbeitender, genügsamer Menschen wurde in weniger als einem Jahrzehnt
ein Land, das ständig auf der Suche nach der allerneuesten Befriedigung
war. Zur Zeit des großen Börsenkrachs waren in den USA 60% aller Radios,
Autos und Möbel auf Pump gekauft." (Jeremy Rifkin)
Organisierte Verantwortungslosigkeit
Wenn gefordert wird, Umweltschutz auf gesetzlichem oder steuerlichem Wege
durchzusetzen, baut sich sofort eine Allianz aus scheinheiligen "Liberalen"
auf, welche unisono die Konsumfreiheit gegen ökologische Regelungen
verteidigt. Die Verteidiger der "Freiheit" meinen, es müsse dem Markt
überlassen werden, ob sich umweltschädliche Produkte durchsetzen oder nicht.
"Der scheinbar so plausible Ausweg des Konsumverzichts ... stützt ...
die Auffassung, der Konsumdruck der 'Massen' erzwinge das Wirtschaftswachstum.
Eine solche Unterstellung lenkt davon ab, daß das Wachstum der Produktion ein
Resultat von Eigengesetzen der kapitalistisch-industriellen Wirtschaft und daß
es erst dieses Wachstum selbst ist, das einen ständig steigenden Konsum
psychologisch und materiell erzwingt." (Klaus Traube)
Die Jagd nach 'Investoren' ist Staatsreligion geworden. Je weniger
Arbeitsplätze es gibt, desto verbissener heißt es: 'Produktion um jeden
Preis.' Wer nach dem Sinn fragt, wird zum weltfremden Spinner
abgestempelt.
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Beschleunigung des Verbrauchs: Häuser, Mobiliar, Computer, Autos müssen
immer schneller "verbraucht" werden. Die Haltbarkeit und Reparier-barkeit
von Produkten wird immer mehr zur Ausnahme. Die sog. Informationstechnologie,
für manche die Zukunfts-technologie schlechthin, hat der Müllgesellschaft
zu einem ungeahnten Aufschwung verholfen.
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"Diese grenzenlose Unersättlichkeit und Unruhe des Systems ist in die
Individuen hineinsozialisiert worden. Der Erwerbs-tätige hat verinnerlicht,
unabhängig von seinen Bedürfnissen für Geld und immer mehr Geld zu arbeiten.
Damit diese Unersättlichkeit nach Geld nicht ins Stocken gerät, läuft auch
die 'Produktion der Bedürfnisse' auf Hochtouren. Dafür arbeiten in Deutschland
allein 400 000 Menschen in der Werbung." (Otto Ullrich)
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