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Tiere sind faul
"Es war einmal ein Staat. Dort arbeiteten angeblich alle von früh bis spät,
hieß es. Doch eines Tages untersuchten Forscher dieses Reich der Arbeit...
. Da entdeckten sie, daß in dieser angeblichen Mustergesellschaft
Müßiggang herrschte. Zwar schufteten ihre Mitglieder zuweilen recht hart,
doch 78 Prozent ihrer Lebenszeit ruhten sie sich aus. So zerstörten
englische Insektenkundler die Legende vom Ameisenstaat." (Michael Miersch)
Menschen sind fleißig ?
Arbeit ist Zeitverlust. Sie "meint nicht Erfüllung des Lebens, sondern
Mühsal der Existenz. Arbeitszeit ist gestohlene Lebenszeit. Der rechts-linke
Konsens von 'Arbeit schaffen' muß negiert werden. Ganz ketzerisch ist zu
fragen: 'Wer soll eigentlich wozu vollbeschäftigt werden?' Nicht um das
'Recht auf Arbeit' ist zu kämpfen, sondern um einen selbstverständlichen
'Anspruch auf Leben'. Und das meint nicht die bloße Existenz, sondern ganz
profan die Teilhabe an der erzeugten Güter- und Leistungsfülle, die heute
global hervorgebracht werden kann."
Selbstbewußtsein ist angesagt,
nicht Bittstellerei. Mut statt Demut
...Es gilt, einen kreativen Müßiggang ins Auge zu fassen, ein produktives
Tätigsein, das frei ist vom Zwang zur Verwertung. Langsamkeit und
Effektivität schließen sich da nicht aus. Muße ist anstatt von Müssen zu
etablieren. Kreativität und Produktivität, Aktivität und Solidarität stehen
im Mittelpunkt zukünftiger Praxis." (Franz Schandl)
Das große Problem wird sein, die Menschen dazu zu bringen, daß sie ihre
freie Zeit nicht mit Umweltverschmutzung zubringen, sondern mit Vernunft.
Die Zeiten, die der Mensch mit Beziehungspflege und Problemlösungen in der
Familie und in der Nachbarschaft verbringt, in der er sich in der Kommune
einbringt, ist stetig im Abnehmen begriffen. Hoffen wir darauf, daß es hier
eine Umkehr gibt, bevor die Kommunikationsfähigkeit der Menschen völlig
hinüber ist.
"Auf der Tagesordnung steht eine emanzipatorische Aneignung der Zeit. Damit
die Zeitgenossen auch Zeitgenießer werden." (Franz Schandl)
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"Die verselbständigte Ökonomie hält trotz hoher Arbeitslosigkeit eine Unmenge
sinnloser Arbeitskraft gefangen, die schon lange nicht mehr zum 'guten Leben'
beiträgt, sondern nur die Träger der Arbeitskraft, die Reste einer humanen
Kultur und die Schätze der Natur ausplündert." (Otto Ullrich)
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Drei ehemalige Werftarbeiter planen ihren Abschied aus der Konsumgesellschaft.
Sie freuen sich auf den Genuß von freier Zeit, von intakter Natur und
gemeinschaftlichem Zusammen-leben. Im Hintergrund schwebt allerdings die
bange Frage, wer demnächst die Miete bezahlt.
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Essen, selbst gemacht. Ein Spaß, den sich immer weniger Menschen leisten.
Wir sind bekanntlich auf dem Weg in die Dienstleistungs-gesellschaft. Der
moderne Mensch hat keine Zeit mehr zur Freizeitgestaltung. Er läßt gestalten.
Und um sich die Erlebniskneipe, das Erlebniskino, den Freizeitpark und den
Abenteuerurlaub leisten zu können, muß er arbeiten bis zum Umfallen.
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