 |
|
Zwang abschaffen
Die Sucht 'Erwerbsarbeit' kann nur gedämpft werden, wenn der Zwang zur
Erwerbsarbeit wegfällt. Wenn ohnehin keine 'Arbeit für alle' mehr
existiert, sollte doch zumindest der belohnt werden, der im sozialen oder
ökologischen Bereich eine Beschäftigung gefunden hat. Für solche
Tätigkeiten ist die kurzlebige ABM-Finanzierung in keiner Weise geeignet.
Wenn schon jemand bereit ist, für wenig Geld über längere Zeit eine
sinnvolle Tätigkeit zu verrichten, sollte der Staat für diese Zeit statt
Arbeitslosengeld ein Grundeinkommen zahlen. Nennen wir es ruhig Bürgergeld.
Recht auf Faulheit
"Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie
nicht den Armen überlassen." - diese alte kubanische Weisheit zitierte
Paul Lafargue (1824-1911) in einer seiner Schriften. Ihn beschäftigte das
Thema Arbeit ein Leben lang, allerdings aus einem Blickwinkel, der bei
seinem Schwiegervater (Karl Marx) blankes Entsetzen hervorrief: Er forderte
als erste Reform den Drei-Stunden-Arbeitstag. Wo immer weniger Menschen
immer mehr Überfluß produzierten, sollte vernünftigerweise jeder einzelne
weniger arbeiten. Das gesellschaftliche Ansehen von Arbeit, die Arbeitssucht,
müsse sinken, das Ansehen der Faulheit hingegen dagegen steigen, forderte
Lafargue. Das Leben solle endlich mehr genossen werden.
Umwelt entlasten
Zum Umweltschutz kann der Staat ebenfalls beitragen, wenn er Menschen
ermöglicht, auf sozial verträgliche Weise aus dem System Erwerbsarbeit
auszusteigen. Viel zu viele überflüssige Produkte werden noch hergestellt
und unaufhörlich hin- und hergekarrt.
Der Mensch braucht keine
Erwerbsarbeit. Der Mensch braucht ein Einkommen, das ein menschenwürdiges
Auskommen ermöglicht und er braucht eine sinnvolle Tätigkeit.
|
Die beiden sind froh, obwohl sie stundenlang überhaupt nichts gekauft haben.
Sie haben einfach Spaß daran, daß der Nachbar endlich einmal selbst im
Häufchen seines Bullterriers Bodo ausgerutscht und auf die Nase gefallen ist.
Das Leben hält viele kleine Freuden bereit, man muß keineswegs immerzu
konsumieren, um glücklich zu sein.
|
|
"Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiter-klasse aller Länder, in denen
die kapitali-stische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die Einzel- und
Massenelend zur Folge hat, ... ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis
zur Erschöpfung ... gehende Arbeitssucht." Paul Lafargue, 1880
|
|
"Materielle Genügsamkeit, eine Lebensweise mit erheblich weniger Kram, der
letztlich nur Mühe, Geld und Lebenszeit kostet, eröffnet die Chance für
die Wiederge-winnung von Genußfähigkeit und Muße." (Otto Ullrich)
|
|