Früh übt sich... Warum überhaupt?
Täve

[Ich] schlage vor, in allen Schulen einen Kurs zur Erlernung der Langsamkeit" einzuführen. ...
Das Erlernen des Innehaltens, der Muße.
Nichts wäre inmitten der gegenwärtigen Informationsflut hilf-reicher als eine Hinführung der Schüler und Schülerinnen zur Besinnung ohne lärmende Nebengeräusche, ohne schnelle Bildabfolge, ohne Aktion und hinein ins Abenteuer der Stille, in der einzig Eigengeräusche erlebt werden können." (Günter Grass)

Mit Weiterbildung gegen Arbeitslosigkeit?

Eins der beliebtesten Instrumente im angeblichen Kampf gegen Arbeitslosigkeit sind Weiterbildungsmaßnahmen. Ziel ist eine bessere Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt". Mehr Arbeitsplätze gibt es danach nicht. Eher werden minder Qualifizierte dadurch in die Arbeitslosigkeit gedrückt. Noch deutlicher wird eine Studie der britischen Wirtschaftszeitung Economist‘. Darin wurde untersucht, wieweit es tatsächlich funktioniert, Arbeitslosen durch Umschulung und Nachqualifizierung neue Arbeitsplatzchancen zu eröffnen. Das Resümee ist ernüchternd: In fast allen Fällen belegen die Studien, daß die Um- und Nachschulungsmaßnahmen weder in Hinblick auf die Arbeitsplatzchancen noch beim Einkommen ihrer Klientel die erwünschten positiven Auswirkungen gebracht haben." (Erich Ribolits)

Bildung als Machtinstrument?

Bildung heißt heute zunehmend: Konditionierung von Menschen als Untertanen für die Arbeit. Statt dessen brauchen wir Bildung als Grundlage politischen Handelns. ... eine Bildung, die politisch mündig macht und nicht eine, die zur Investition pervertiert ist Soll Bildung jedoch nicht gänzlich zum Instrument der Aufrechterhaltung der Machtverhältnisse verkommen, muss sie darauf ausgerichtet sein, Menschen zu befähigen, die Struktur betrieblicher und gesellschaftlicher Rollen zu durchschauen und im Sinne ihrer Interessen zu verändern." (Erich Ribolits)

Leben lernen

Nur wenn die von drückender Erwerbsarbeit freigesetzte Lebenszeit einen eigenen, autonomen Gestaltungsraum findet, also wesentlich Emanzipations- und Orientierungszeit ist, werden die Menschen das bestimmte Gefühl haben können, nicht bloßer Verwertungsrohstoff zu sein. Das setzt voraus, daß Kreativität, Eigeninitiative, Unbotmäßigkeit und Mußefähigkeit von Kindesbeinen an ein maßgebenderWert der Erziehung, des Bildens und des Lernens ist. Davon sind wir weit entfernt. Aber viele Schritte führen in Richtung einer solchen Gesellschaftsform, die nach meiner Einschätzung einzig und allein aus der gegenwärtigen Kulturkrise Auswege zeitigen könnte." (Oskar Negt)

Boxer

Zwar verhelfen die Weiterbil-dungsprogramme den Absolven-ten oft zu Kurzzeitjobs, aus denen sie aber allzu häufig wieder in die Arbeitslosig-keit zurück-fallen. Die Programme verringern somit zwar die Zahl der Langzeitarbeitslosen, echte Auswirkungen auf die Verringerung der Gesamtarbeitslosigkeit haben sie jedoch nicht.

Dicker

Obwohl es hier und dort jemanden gegeben haben soll, der die Schulzeit überstanden hat, ohne seinen Verstand einzubüßen, bezahlen die meisten Menschen ihr Schulgeld sehr teuer; sie haben vorzeitig ihr ganzes Pulver verschossen, und wenn das eigentliche Leben beginnt, sind sie bankrott. Lasst die anderen ihr Gedächtnis mit dem Gerümpel toter Worte anfüllen - nur die Müßiggänger erlernen die wahre Kunst: ein Lied zu trällern, eine gute Zigarre zu rauchen und leicht und angenehm dahin zu plaudern. Viele, die ihre Lehrbücher rechtschaffen durchgeackert und gründliche Kenntnisse aufgespeichert haben, erweisen sich in allen angenehmeren Lagen des Lebens als trockene, gallige und unfreundliche Gesellen." (Robert Louis Stevenson)

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